# Friday, January 22, 2010
So, mal wieder Zeit für einen längeren Post.

Das mit dem Nacktscannerversagen* im Fernsehen neulich kennt ja inzwischen jeder. Aber was solls, Technik ist toll, Technik ist super, da kann man wieder was verdienen dran, sagen daß man eh alles tut und spart sich auch noch Geld für die Ausbildung von Sicherheitspersonal. Siehe München. Da ist ja offensichtlich einiges schief gelaufen bei dem Sprengstoffalarm**. Mehrere Minuten gebraucht um die Polizei zu alarmieren obwohl ja an jedem Checkpoint für gewöhnlich gelangweilte Polizisten herumstehen? Naja, der Dienstweg muss wohl eingehalten werden oder die Dienstanweisung wurde vom Polizeihund gefressen bevor man sie lesen konnte... Egal.

Die Zukunft der Flugreise sieht wohl so aus. Bitte drei Tage vor dem Flug am Flughafen sein. Genau.

Die Alternative hier wäre zumindest bequemer, wenn es auch da sicher den einen oder anderen Fehlalarm geben wird. Aber in 25 Minuten einchecken mit allen Kontrollen, das hätte was. Und immerhin ist seit 2002 da auch nichts mehr passiert. Wieso kriegt man es hier**** nicht gebacken, daß man die Prüfung auf Sprengstoff in einer kleinen bombensicheren Schleuse macht statt jedesmal wenns fiept gleich ein ganzes Terminal zu räumen?

Zum Abschluss noch ein Zitat aus dem zuletzt verlinkten Artikel:

"We have a saying in Hebrew that it's much easier to look for a lost key under the light, than to look for the key where you actually lost it, because it's dark over there. That's exactly how (North American airport security officials) act," Sela said.

Genauso ist es.

* Der Scanner war offensichtlich ein Infrarotpassivscanner, nix da mit Backscatterröntgen*** oder Terahertzwellen. Und Infrarot hat Grenzen. Genauso wie bei der Vorführung auch nicht die korrekte prozedur eingehalten wurde, aber das führt hier zu weit.
**Alarm heisst ja noch lange nicht, daß auch wirklich Sprengstoff gefunden wurde. Es langt völlig wenn irgendwelche ähnlichen Moleküle in irgendwas anderem enthalten sind. Und z.B. organische Stickstoffverbindungen die in Sprengstoffen häufig vorkommen finden sich in allem möglichen von Parfüm über Dünger bis zu körpereigenen Sekreten.
*** Backscatter heisst daß energiereiche Strahlung auf das Objekt - in diesem Fall irgendeiner von uns - trifft und dort rückgestreute Sekundärstrahlung auslöst. Das Spektrum der Strahlung lässt dann Rückschlüsse auf die identifizierten Substanzen zu. Gut und schön. Das Problem ist der Teil mit dem energiereich - weiche Röntgenstarhlung oder Mikrowellen sind toll wenn man denen öfter ausgesetzt wird. Wie war das mit jährlichen Höchstdosen? Oder mit der bösen, bösen Handystrahlung?
**** In Europa und den US of A

Friday, January 22, 2010 6:32:13 PM (GMT Standard Time, UTC+00:00)  #    Comments [1]
Sunday, January 24, 2010 4:12:40 PM (GMT Standard Time, UTC+00:00)
Ein kleiner Nachtrag: das in München war ein kompletter Fehlalarm. Weder hat sich bei der Nachkontrolle des Laptops der Alarm bestätigt, noch ist der Besitzer weggerannt. Komisch, daß das weniger Schlagzeilen macht als der ursprüngliche Alarm samt Folgen...
Assistant BLfH
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