Liebes Tagebuch!
Ich muß mich mal wieder an deiner starken Schulter ausweinen. Der Grund, frägst Du? Der letzte Tag meines Urlaubs auf den Kanaren.
Weil mein samstäglicher Rückflug ab Teneriffa Reina Sofia frühzeitiger als alle gangbaren Fährverbindungen abging (ich weilte auf Gomera, Valle Gran Rey, La Calera), hab’ ich mir für Freitag auf Samstag ein Hotel in der Nähe von Los Cristianos gesucht, dem Fährhafen von Teneriffa. Sol Sun Beach Apartments am Playa Fanabe, gebucht, wie es sein soll, via Internet.
Mir kam schon bei der Taxifahrt zum Hotel der leise Gedanke, daß dies der in Beton gegossene Pauschalterroristenurlaubshorrorort sein könnte. Es hätte mich ja vor Betreten des Hotels schon mißtrauisch stimmen sollen, daß die Lokale die ich bis dorthin sah ein englisches Brechfest als erstes auf der Karte stehen hatten.
Wie recht ich leider hatte! Mit einem Buch unter dem Arm (Professional Software Development, ich disqualifiziere mich gerne im Urlaub) dachte ich „suchst Dir halt ein Beisl auf einen Kaffee und Bocadillo“. Denkste. Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.
Kaum an der Strandpromenade angekommen sehen meine geröteten Augen einen Würger King. Um die Augen auszuruhen ein Blick in die Ferne – oh Unheil, natürlich gibt es hier auch einen McVomit. Aufgeben gilt ja nicht, daher eine Etage tiefer, und die ganzen Lokale inspiziert. Alles Englisch, und die abendlichen Fußballspiele sind angeschrieben. Inselaffen sind also hier zugange. In Mengen.
Mit dem Tag habe ich abgeschlossen, allerdings wollte ich zumindest an der lautesten Adresse des Platzes Abendessen (suizid angehaucht der BLfH, aber pathologische Erlebnisse haben auch ihren Reiz). Um mir wenigstens nicht die geschmackliche Erinnerung zu versauen eine Mafiatorte eingeworfen. Bei der Rechnungslegung sollte allerdings nachgebessert werden: mit südlicher Einstellung war das nicht zu erklären, sondern eher mit Servicio auf Augenhöhe mit den Servisios.
Das ganze kann man übrigens locker toppen – man muß nur mit der „richtigen“ Truppe im Flieger retour sitzen... so geschehen im Niki Flieger nach Salzburg, wo die Touris beim Landen als auch nach der darauffolgenden „Begrüssung“ der Stewardess in Salzburg geklatscht haben. Manchmal, nur manchmal möchte ich im Boden versinken. Pauschaltouristen extraordinaire.
Was sonst noch aufgefallen ist