Das aber genauso wenig mit Monty Python zu tun hat wie es nicht-technisch ist. Nichts desto trotz aber interessant ist (komisches Konzept für einen ITler, nicht wahr?).
Gestern endlich die Zeite und Muße gefunden, die letzten Kapitel von Philippe Sands' Buch Lawless World zu lesen. Das Buch beschäftigt sich mit internationalem Recht, erklärt die Entstehung der diversen Abkommen (von Menschenrechten bis Handel) und wie sie bei bestimmten Fällen in der Vergangenheit zur Anwendung kamen - zB bekommt man die volle Erklärung warum und wieso der Fall Pinochet so gelaufen ist wie er eben gelaufen ist.
Danach kommt der Experte für internationales Recht ab Kapitel 7 auf aktuelleres zu sprechen, nämlich Terrorismus, Guantanamo sowie Irak. Und zwar niemals auf reißerische Art (wie man es vielleicht von Michael Moore erwarten würde), sondern trocken analysiert wie und wo internationales Recht ignoriert, für nicht zuständig und generell nicht anwendbar erklärt wurde. Er nimmt die Memoranda aus den USA und UK (er ist Anwalt in England) zu den Themengebieten, und erklärt anhand der internationalen Abkommen wieso das so nicht sein kann aber dennoch so gemacht wurde. Punkt für Punkt zerlegt, wie man so schön sagt.
Das Buch skandalisiert an keiner Stelle und bleibt immer seiner Linie Treu, dem Leser die Anwendung (und den Mißbrauch) internationalen Rechts aufzuzeigen. Es ist leicht lesbar - viele, viele IT Bücher lesen sich deutlich schlechter, ich mußte mich hin und wieder zwingen, aufhören zu lesen - damit die Erkenntnis Zeit zum Einsinken hat, quasi.
Fazit: würde dieses Buch jeder Bürger der EU lesen, dann hätten unsere Politiker ein ernsthaftes Problem. Wer sich für das tägliche weltpolitische Geschehen interessiert, für den ist das Buch sogar ein Muß. Für mich definitiv das beste Buch das ich im letzten Jahr gelesen habe.