# Monday, September 07, 2009
Ok, noch ein letzter Post zu diesem faszinierenden Land mit ein paar Dingen die noch erwähnt werden sollten.

Geld:
Auch in Mauretanien gilt der alte Spruch "Geld macht nicht glücklich aber es hilft". Und wie es anders nicht sein kann, ist da auch wieder einiges zu beachten. Der Wechselkurs schwankt, und das nicht nur zwischen offiziellem Kurs und Schwarzkurs. Obwohl die Währung nur im Land gekauft werden kann, verstehe das wer will...




Das auf dem Bild sind ca. 2 Euro, also 730 Ougiya (kurz MRO, falls wer das Kürzel für Spesenabrechnungen brauchen sollte. Übrigens sogar in Excel als Währung bekannt). Bei einem Wechselkurs in der Gegend von 300irgendwas MRO für einen Euro kommen ziemlich dicke Bündel an Scheinen zusammen, der grösste Schein der mir unterkam war 10.000 MRO. Praktischerweise macht man das dann wie die Mauretanier und bündelt immer 100.000 oder 20.000 zusammen, wobei ein Schein quer drübergefaltet wird und das ganze mit einem Gummiband zusammengerollt wird. Die diversen Rollen - wenns geht nach Wert der Scheine sortiert über diverse Taschen verteilen und immer die passende Rolle rausziehen, Scheine abzählen und aus der Rolle ziehen. Wechselgeld ist auch so eine Sache. Nach gefühlter Häufigkeit sind 1000er ungefähr 90% des im Umlauf befindlichen Geldes. Kleiner kann kaum mal wer herausgeben, eventuell sind also Verluste beim Wechselgeld einzukalkulieren*, allerdings sind meist auch die Preise für alles oberhalb von Billigstartikeln auf 1000er gerundet. Münzen habe ich nur ein einziges Mal bekommen als ich in Nouadhibou ein Feuerzeug kaufte.

Taxifahrer und anderes Hilfspersonal am Flughafen liebt es übrigens, die informellen Bearbeitungsgebühren in Dollar oder Euro zu bekommen. Daher diese Währungen auch klein gestückelt mitnehmen. Apropos Euro: wenn man mehr als 1000 mithat, ist das bei der Einreise anzugeben. KretinKreditkarten werden nur in grösseren Hotels und bei einzelnen Tourifirmen in Nouakchott akzeptiert. Geldautomaten gibts auch nicht. Und wenn, dann nehmen die nur heimische Karten. Wenn man einen Automaten findet und der funktioniert.

Und ganz wichtig - vor der Ausreise unbedingt alle MRO zurückwechseln oder für Kaffee, Zigaretten oder informelle Bearbeitungsgebühren ausgeben. Ausführen darf man die Währung nicht. Und das wird ernst genommen. War für mich nicht lustig, alle 17 Taschen meiner Weste auszuleeren, ebenso wie die acht Hosentaschen. Braucht erstens Zeit und zweitens ist die Ablage in der Zollkabine eher unterdimensioniert. Andererseits interessiert es da niemanden wenn man Wasserflaschen durch den Securitycheck mitnimmt. Immerhin etwas.

Leute:
Wie überall in Nordafrika (mit Ausnahme von Souvenirhändlern und anderen Biblischen Ägyptischen Plagen) sind die Leute generell sehr freundlich und hilfsbereit**. Religiöser oder politischer Fanatismus ist mir dort nie begegnet.




Wäre das nicht so, gäbe es das Foto nicht. Ich wurde übrigens von den Damen darum gebeten.

Was die Sprache angeht, sollte man ein einigermassen solides Französisch haben. Oder Arabisch im Hassaniyah-Dialekt sprechen. Englisch ist eher nicht verbreitet um es mal so zu sagen.

Und Geduld sollte man auch mitbringen, manches geht halt nicht so glatt wie hierzulande, aber es findet sich wundersamerweise immer eine Lösung. "Geht nicht" gibts da nicht. Auch wenns mal dauert.

So, das wars zu diesem schönen und faszinierendem Land. Bis auf die Fussnoten.

* Kann natürlich auch sein, daß da Absicht gegenüber "Touris" dahintersteckt.
** In Europa kann ich es mir kaum vorstellen, daß ein Direktor für einen Besucher alle zwei Stunden bei der Airline anruft bezüglich Flugstatus. Oder daß jemand es toll findet an seinem freien Tag aus dem Bett geklingelt zu werden weil gerade kein anderer Geologe verfügbar ist und dann noch freundlich mehr als 300km mit dem Fremden durch die Wüste zu brettern. Danke Dirécteur Memadhi, danke m. Oksengorn! Und danke an alle anderen!
Monday, September 07, 2009 5:39:54 PM (GMT Daylight Time, UTC+01:00)  #    Comments [0]